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LIEBEN! von Rotraud A. Perner


Bis vor kurzem gab es auf der Welt für die meisten Menschen ein klassisches Liebesmodell: Mann und Frau. Die Minderheit Frau und Frau bzw. Mann und Mann musste sich den Status mit Blut schweiß und Kampf über Jahrhunderte teuer erarbeiten. Seit der Erfindung des Internets kursieren im Jahr 2018 sogar noch weitere Unterarten durch das WorldwideWeb, wie beispielsweise Aromantik oder Asexualität. In den Medien werden uns „metoo-“Debatten beschert und Sendezeit an Menschen eingeräumt, die die Geschlechterrolle klar „ge-gendert“ festlegen wollen.

 

Was also bedeutet Liebe in unserer Neuzeit?

 

 

Liebe ist alles und alles ist Liebe

Rotraud A. Perner, Psychotherapeutin/ Psychoanalytikerin promovierte Juristin, schafft es, den „Liebesheuhaufen“ zu entwirren und den Stecknadelkopf der Hollywoodklischees zu ignorieren. Vorneweg sei gesagt, wer hier einen spannenden Liebesroman sucht, wird woanders fündig. Das Sach-/Fachbuch bietet in seiner Kürze ein umfassendes Werk, um sich und seine Liebesfähigkeit (wieder) zu entdecken und die anerzogenen Denk- und Verhaltensmuster zu entmystifizieren.

 

Selbstliebe ist mittlerweile kein Narzissmus mehr, sondern der Grundstein für eine gesunde Liebesfähigkeit. 

Das Buch ist in drei Kapitel unterteilt: 

 

Lieben für Anfänger, Fortgeschrittene und Meister*innen. 

 

Wer sich jetzt allerdings aufgrund seiner unglücklichen Beziehung bei den Anfängern vermutet, irrt gewaltig. Die Autorin erklärt den Liebeszyklus kritisch genau mithilfe des Lebenszyklus eines Menschen:

  1. Die Anfänger während und nach der Schwangerschaft und wie wichtig Mutterliebe in dieser Zeit ist, um den Grundstein zu legen.
  2. Erste „fortschrittliche“ Erfahrungen als junger Erwachsener in der Sturm und Drang Zeit des erfahren, ausprobieren und entdecken.
  3. Und die Ankunft im gereiften Erwachsenen, der sich als Meister seiner Liebesfähigkeit entpuppen sollte - sofern ihn die vielen blockierenden Abzweigungen nicht vom Weg abgebracht haben.

Ergänzt wird es durch einen ausgiebigen Anhang mit Begriffserklärungen und Quellennachweisen, die dem Leser eine selbstbestimmte Gestaltung seines Wissensdrangs ermöglicht: Querlesen oder Nachlesen.

 

Die Fachkenntnis der Autorin ist zugleich auch mein Kritikpunkt an dem Werk, mit ihrer „nüchternen“ und "allgemeinen" Wortwahl. Der Inhalt bleibt für mich sehr auf Distanz. Ein wenig „mütterliche Liebe und Nähe zum Lesepublikum“ hätte gerade diesem Thema anschaulich gutgetan, um den kostbaren Inhalt einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Stellenweise musste ich ganze Absätze wiederholen, weil „man“ mich schon sehr abprallen lässt. Der veraltete und vollkommen nutzlose Platzhalter kommt mitunter bis zu sechsmal in einem einzigen Satz vor. Erstaunlich, was „man“ immer noch so alles zu wissen glaubt, anstatt das Kind einfach beim konkreten Namen zu nennen.

 

Mein Fazit zu dem Buch:

 

Lerne dich zu LIEBEN! :-)

Lesenswert und ein MUSS, das in jede Schule, jede Bildungseinrichtung und vor allem jeden Haushalt gehört. Das Wissen in dem Buch sollten nicht nur Erwachsene erhalten, sondern werdende Eltern darin geschult werden, um dem Kind schon im Kindesalter die freie Entfaltung der Liebesfähigkeit zu ermöglichen und in seiner Liebesenergie DASEIN zu dürfen. Dann kann diese Energie endlich frei von Blockaden und Denkmustern um die Welt zirkulieren und einen liebevollen Umgang miteinander auf Augenhöhe ermöglichen.

 

Vielen dank an den Orac-Verlag für das Rezensions-Exemplar über Lovelybooks. 

 

Verfasst von Andrea R Walla