making of SpielWelt Rice

Ein Bild entsteht

1. Hintergrund.

 

Der Erste Schritt im "Werdensprozess" ist es zunächst einmal, die Idee zu begreifen.

Wie soll das Bild aussehen? Es muss nicht perfekt sein und bis ins kleinste Detail festgelegt werden, da sich vieles erst beim Malen selbst offenbart. Hilfreich ist es, sich das Bild in Schichten vorzustellen: den Ebenen.

Die hinterste Ebene ist der Hintergrund. Sie sollte als erstes als durchgehende Fläche entstehen, auf der die vorderen Ebenen aufgebaut werden. Im Fall der SpielWelt wird in der neuen Version das hintere Meer nicht von Wolken verborgen, sondern eine endlose Weite werden, die mehr Einblicke des kosmischen Himmels zeigt. Dabei ist es zunächst nicht wichtig, sie perfekt zu gestalten, sondern die Farbtöne anzusprechen.

 

 


2. Skizze

Im nächsten Schritt folgt eine grobe Umriß-Skizze der Inseln, um ihren Standpunkt zu definieren. Dabei fällt auf, dass an manchen Stellen sich das Motiv von alleine findet. Hier Beispielsweise wird wieder das Astloch im Baum entstehen, als Tor zu einer anderen Welt. Dieses Mal nur größer und eindrucksvoller. Auch das Riesenrad und seine Insel findet in der Struktur im Untergrund bereits erste Anzeichen. Und das ist das schöne am malen. Das Entdecken des Motives. 

 


3. Hintergrund Motiv

Das grobe Untermalen des eigentlichen Motives. Keine Feinheiten, sondern Struktur anlegen. 

 


4. Hintergrund ausarbeiten

Anders als die erste Version wird der Himmel fantastischer. Die SpielWelt steht für Licht und Schatten und so wird der Himmel beides. Sonnenuntergang und Dunkelheit. 

Es folgt die Ausarbeitung von einem malerischen Sonnenuntergang links und kosmische Rauchfäden ähnlich einem Bild vom Hubble Teleskop. Zudem ist der Himmel spiralförmig aufgebaut, um den Betrachter in das Bild hineinzuziehen. Die Inselgruppe und der Baum haben licht und Schatten erhalten, um dem Bild Tiefe zu verleihen. Die grob angedeuteten Spiegelungen im Meer, die später in den Hintergrund rücken. Als nächster Schritt folgt die weitere Ausarbeitung der Inseln und des Riesenrades. 

 


5. Variationen am PC durchspielen und dann umsetzen

 Es ist einiges passiert. Allerdings fand die Hauptarbeit digital am Grafiktablett statt. Ich habe das Bild als Hintergrund angelegt und mir verschiedene Vorlagen bei Pixabay und Onkel Google gesucht, kopiert und Teile davon in mein Bild eingefügt um mit in Farbe, Kontrast und Komposition zu spielen. Durch die Ebenen eines Grafikprogramms können so verschiedene Möglichkeiten ausprobiert werden, um das stimmigste Gesamtergebnis zu finden. Für den eigenen Gebrauch ist das Verwenden von Bildern anderer Künstler erlaubt und wird von vielen Kreativen vorgenommen, um ihre Arbeit voranzubringen. Aufgrund der Urheberrechte kann ich den digitalen Entwurf nicht teilen. 

Die Inseln links haben sich zu verschiedenen Portalen geöffnet. Wege und Brücke sind in Form von schwebenden Inseln entstanden. Das Zirkuszelt strahlt einladend herüber. Und der Baum wurde zu einer Kronenwelt, in dessen Stamm sich ein Portal zu einer fernen Galaxy befindet.

Im nächsten Schritt folgen die Details. 

 

 


6. Sehen von Möglichkeiten, die interessantesten umsetzen und das Bild fertig malen

Zwischen den beiden letzten Schritten liegen zwar viele Stunden Arbeit, aber nur noch Details. Farben und Lichter an die gesamte Stimmung anpassen. Möglichkeiten herausarbeiten. Neue Elemente hinzufügen und das Bild zum Abschluss bringen.

Viele dieser Details entstanden erst spontan durch das direkte hinsehen, wie Andrea es immer nennt. Sie "sieht" etwas, was nicht da ist und sich nur schemenhaft und andeutungsvage in dem schummrigen Farben verbirgt. Beispielsweise das Schiff am Baumstamm. Auf dem Foto zu klein um es zu erkennen, war die Linienführung bereits vorhanden. Genauso die Glaskugel rechts, die an einen Kraken erinnert. Sie ergab sich durch genaues hinsehen. Diese Technik des "Sehens" erfordert kontinuierliches Training des Bewusstseins. Das Gehirn wird gezwungen, über seine urteilenden Grenzen hinauszudenken und mehr wahrzunehmen, als sichtbar da ist. So lange, bis es anfängt, Möglichkeiten zu erkennen.

Alles, was Andrea R Walla dann noch vornimmt, ist das farbige "Pinselausdrücken" um der Form Raum zu geben.

 

Titel: Rhice II

Technik: Acryl auf Leinen

Größe: 60 x 80

Stil: Phantastischer Surrealismus

Ausstellungsort: Podium Kaufbeuren bis September 2021